Bericht der November-reise 2024

Liebe Interessenten, Sponsoren und Freunde des Kindergarten Linden Schul- und Dorfentwicklung in Gambia e.V. (KLG)!

Wie jedes Jahr, reiste auch im vergangenen November eine Gruppe des Vereins KLG aus Deutschland nach Gambia. Die Reisen dienen dazu, sich vor Ort ein Bild über den aktuellen Stand des Kindergartens zu machen, sowie notwendige Gespräche persönlich führen und neu aufgetretene Probleme und Anliegen direkt beurteilen und bearbeiten zu können.

Eine vorab in Deutschland mit dem gesamten Team ausgearbeitete Aufgabenliste ließ schon einen arbeitsreichen Aufenthalt vermuten, vor Ort kamen dann zudem noch die üblichen unerwarteten Kleinigkeiten hinzu, sodass das Reiseteam gut beschäftigt war.

Neben den Angelegenheiten im Kindergarten gab es auch Aufgaben in den Bereichen Dorfgemeinschaft, Schule und Beziehungspflege zur Politik einiges zu erledigen.

Arbeit im Kindergarten

Beim Rundgang durch den Kindergarten wurden kleinere Bau- und Verbesserungsarbeiten, welche in der vergangenen Zeit getätigt wurden, begutachtet, sowie neue notwendige Reparaturmaßnahmen erfasst und geplant. Unter anderem wurde das Dach der Bantaba, des zentralen Treffpunktes im Kindergarten, ausgebessert, indem eine neue traditionelle Dachdeckung aus Gras hergestellt wurde.

Des Weiteren wurden Baumschnittarbeiten und Gartenarbeiten erledigt und Spielgeräte sowie Schulmöbel repariert. Bei den Reparaturarbeiten wird darauf geachtet, möglichst auf uns bekannte Handwerker aus dem Dorf zurückzugreifen und lokal beschaffbare Materialien zu verwenden.

Seit 2023 ist der Kindergarten im Besitz eigener Hühner. Die einwandfreie und artgerechte Hühnerhaltung mit genügend Auslauf auf dem gesamten Gelände sowie bedarfsgerecht angepasstem Hühnerhaus gibt Anlass, über einen Ausbau der Hühnerhaltung nachzudenken.

Zum Grundstück des Kindergartens gehört eine Wohnung für PraktikantInnen. Die Ausstattung dieser wurde bei der letzten Reise gründlich inspiziert und soll wo nötig ausgebessert werden. Das Wohnen im Kindergarten hat neben dem kurzen Arbeitsweg auch den Vorteil, dass die PraktikantInnen vom Nachtwächter des Kindergartens profitieren, da sie so auf einem rund um die Uhr bewachten Grundstück im Zentrum des Dorfes wohnen. Die Ausbesserungsarbeiten in der Wohnung und die Beschaffung neuer Einrichtungsgegenstände, wie beispielsweise Bettwäsche und Matratzen wird nun aus Deutschland koordiniert. 

Bereich Gesundheitsvorsorge und -versorgung

Das Gesundheitssystem in Gambia ist aktuell bedauerlicherweise weder stabil noch zugänglich für die meisten Menschen, inklusive der Familien in unserem Dorf. Insbesondere das Fehlen von Krankenversicherungen hindert viele Menschen daran, sich für bei Gesundheitsproblemen schnell Hilfe zu suchen. Die finanzielle Belastung einer Gesundheitsbehandlung können viele Menschen nicht stemmen. Dazu kommen oft weite Wege zu den Gesundheitseinrichtungen sowie fehlendes Vertrauen in die moderne Medizin. Das Problem der großen Distanz zu Gesundheitseinrichtungen wurde durch die Eröffnung eines Gesundheitszentrums im Dorf vor einigen Jahren verbessert. Trotzdem ist die Hemmschwelle, sich Hilfe zu suchen bei vielen Familien noch recht hoch.

Dies könnte durch das Implementieren von Gesundheitsvorsorgeprogrammen im Kindergarten erleichtert werden. Indem die Kinder lernen, sich mit ihrer Gesundheit zu beschäftigen und dieses Wissen in die Familien tragen, könnte langfristig das Vertrauen in die moderne Medizin gestärkt werden und mehr Personen den Zugang zur Gesundheitsversorgung ermöglichen.

Als einfachste und in den letzten Jahren schon recht gut angenommene Methode, gibt es im Kindergarten die Möglichkeit, kleinere Wunden und Verletzungen durch einen in Erste-Hilfe ausgebildeten Lehrer versorgen zu lassen. Die dazu notwendigen Medikamente und Materialien werden größtenteils in Gambia organisiert. Um in Zukunft eine noch bessere Versorgung der Kinder zu ermöglichen, soll der für Gesundheitsthemen zuständige Lehrer Weiterbildungen bekommen, um künftig auch Medikamente verabreichen zu dürfen und somit beispielsweise an Malaria oder Grippe erkrankten Kindern besser helfen zu können. Die Organisation dieser Weiterbildungsmaßnahmen wurde vor Ort mit dem Lehrer und der Kindergartenleitung besprochen und soll aus Deutschland weiterverfolgt werden.

In diesem Jahr gab es die Möglichkeit, Personal des Kindergartens für einen Workshop zum
Thema Genitalbeschneidung anzumelden. Dies wurde vor Ort mit der Kindergartenleitung,
dem Team und auch dem Board of Advisory besprochen und für eine gute Idee befunden. Bei
diesem Workshop, welcher mittlerweile schon stattgefunden hat, waren drei Mitarbeitende
des Kindergartens. Das Feedback war durchweg positiv, sodass wir in Erwägung ziehen, eine
ähnliche Veranstaltung für weitere Interessierte der Dorfgemeinschaft zu organisieren und
das Thema weiter aufzuarbeiten.

Arbeit im Dorf 

Insbesondere der Austausch mit unseren Partnern in der Dorfgemeinschaft, sowie in der
Bildungspolitik brachte neue Erkenntnisse. Eine gute Zusammenarbeit mit dem
Bürgermeister des Dorfes ist für uns langfristig von großer Bedeutung. Seine Unterstützung
bei Projekten im Bereich der Dorfentwicklung würde es uns erleichtern, diese schneller und
im mit der Hilfe der Dorfgemeinschaft umsetzen zu können. Dies ermöglicht uns, den Bereich
unserer Unterstützung auszuweiten und die Lebensqualität im Dorf kontinuierlich zu
verbessern.

Seit einiger Zeit besteht ein Austausch mit dem Board of Advisory des Bildungsministeriums. So bekommen wir als Kindergarten, und auch unser Kindergartenleiter Unterstützung bei wichtigen Themen wie Gehaltsverhandlungen und Fortbildungen und Workshops für das Team.

Seit letzten Jahr gibt es in Gambia erstmalig seit längerer Zeit eine Botschaft. Eine Vertretung dieser war zu unserem Kindergartenfest anwesend und es wurde ein offizielles Gespräch im Rahmen des Aufenthalts der Gruppe in Gambia initiiert. Somit haben wir künftig Kontakte und Ansprechpartner in der Politik.

Gartenland

Ein weiteres Projekt, welches seit einigen Jahren von uns koordiniert und unterstütz wird ist das Gartenland in der Nähe des Kindergartens. Hier haben Familien die Möglichkeit, in Eigenregie auf eigenen Parzellen Landwirtschaft im kleinen Stil zu betreiben, um sich selbst mit frischen Lebensmitteln versorgen zu können.

Im Gartenland steht nun auch ein großes Infrastrukturprojekt an. Zum Schutz des Gartenlandes vor eindringenden Rinderherden, die in Gambia gewöhnlich frei durch das Dorf

laufen, muss eine Mauer errichtet werden. Die Bauarbeiten zum ersten Teil der Mauer haben schon während der Anwesenheit stattgefunden. Für den Bau weiterer Teile, plant der KLG neue Spenden zu akquirieren. Das Ziel ist es, langfristig durch ein ertüchtigtes Gartenland, Pachteinnahmen zu generieren und diese in den Unterhalt unseres Kindergartens zu investieren, sodass dieser langfristig von Spenden aus Deutschland unabhängig betrieben werden kann.

Schule

In der an den Kindergarten angrenzenden Lower Basic School fördert der KLG weiterhin das Schulessen für 2.200 Schülerinnen und Schüler. Die Finanzierung wird bei der steigenden Schülerzahl und den erhöhten Lebensmittelkosten, für den KLG immer schwieriger. Die Zusammenarbeit mit der Lower Basic School soll insbesondere in einzelnen Projekten unbedingt weitergeführt werden. Während der Reise, konnte durch den Aufbau eines zusätzlichen Stromanschlusses, das Lernen auch bei Dunkelheit ermöglicht werden.

Ihre Unterstützung ist gefragt.

Bis wir unsere Projekte finanziell eigenständig in die Hände unserer fantastischen Mitarbeitender in Afrika übergeben können, ist es jedoch noch ein weiter Weg. Der Unterhalt der Kindergartengebäude, die Gehälter der Angestellten, sowie strukturell und operativ notwendige Investitionen in die Schulförderung und Dorfentwicklung, werden noch einige Jahre von Ihren Spenden abhängig bleiben. Für die Finanzierung der Unterhaltungskosten unserer aktuellen Gebäude, für die Bezahlung der Angestellten und die Sicherung der Verpflegung der Kinder, sowie für zusätzliche Investitionen, rechnen wir in den kommenden Jahren mit einem monatlichen Finanzbedarf von ungefähr 8.000 EUR.  Die Absicherung des Finanzbedarfes und damit unserer Tätigkeiten in Gambia, soll durch gedeckt werden.  Nach wir vor ist es unsere Priorität, dieses Geld möglichst effizient und zum Wohle der gambischen Gesellschaft einzusetzen.  Derzeit bemühen wir uns ebenfalls um die Möglichkeit von Bankenfinanzierungen und staatlichen Förderungen, um den Einsatz Ihrer Spenden zusätzlich abzusichern und die Wirkung der Mittel zu maximieren. 

Für Ihr persönliches und finanzielles Engagement in der Vergangenheit möchten wir uns herzlich bedanken und hoffen sehr, auch in Zukunft auf Ihre Unterstützung setzen zu können. Dafür können Sie am besten eine Patenschaft für unsere Gesamtprojekte abschließen oder eine Spende an uns richten. Unsere Spendenkonten sind die Folgenden: 

Bank: Sparkasse Bochum
IBAN: DE06 4305 0001 0005 4047 28
Bank: Sparkasse Hattingen
IBAN: DE58 4305 1040 0000 0767 60
Empfänger: „KLG“

Bei Fragen zu unseren Projekten stehen wir Ihnen gerne per E-Mail unter info@kiliga.de zur Verfügung.  Ein persönliches Treffen ist bei einer Vielzahl von Veranstaltungen in Bochum und Umgebung möglich. Aktuelle Informationen dazu finden Sie online unter https://kiliga.de/aktuelles/.  Außerdem richten wir an jedem 4. Montag im Monat unseren Gambia-Abend im Restaurant Zur Glocke, Johannisstr. 4 in Hattingen aus. 

Wir freuen uns sehr auf unsere weitere Zusammenarbeit.

Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Stiller
(1.Vorsitzender)